mercredi 7 juin 2017

Der zweisprachige Unterricht in BW

Auf gymnasialer Ebene, gibt es drei Strukturen für den zweisprachigen Unterricht.

1) Der OIB-Abschluss richtet sich ausschließlich anzweisprachige (deutsche oder deutsch-französische) Schüler, die ab der Grundschule oder spätestens ab der Sekundarstufe I (Sixième) deutschen Sprach- und Literaturunterricht besuchen. Dieser wird,unter Aufsicht der KMK(Kultusministerkonferenz) von deutschen Lehrern gehalten, die in ihren Fachrichtungen das Erste und Zweite Staatsexamen abgelegt haben. Ab der Sekundarstufe I (Sixième) kommt zusätzlich Geschichtsunterricht in deutscher Sprache hinzu. Ab der 10. Klasse (Seconde) werden ebenfalls die FächerGeografie und Gemeinschaftskunde auf deutsch erteilt. Schulen mit OIB-Abschluss : LI de Saint-Germain-en-Laye, LI de Ferney-Voltaire, LI François 1er de Fontainebleau, LI de Paris Honoré de Balzac, Sections Internationales de Sèvres-Chaville, Centre International de Valbonne


2) Wie das OIB ist das AbiBac eine Prüfung, mit der man gleichzeitig das französische Baccalauréat und das deutsche Abitur erwerben kann. Es richtet sich an motivierte Schülerinnen und Schüler aus zumeist (aber nicht ausschließlich*) bilingualen Zügen in Frankreich bzw. Europaklassen (DNB "Langue régionale d'Alsace oder "section européenne / allemand" z.B.), die gute Kenntnisse der Partnersprache erworben haben (keine deutschen Muttersprachler). Der Unterricht in der Partnersprache beträgt ca. 9 Wochenstunden (Mindeststundenzahl) und muss in der Regel drei Jahre lang(mindestens jedoch zwei Jahre) vor dem Erwerb des Abschlusses belegt werden. Für die Durchführung des Programms ist die deutschfranzösische Expertenkommission für das allgemeinbildende Schulwesenzuständig. Die Gymnasiasten, die sich auf das AbiBac vorbereiten, nehmen den französischen Lehrstoff durch, außer in den Fächern Deutsch, Geschichte und Erdkunde, in denen spezifische Programme für diesen Zug ausgearbeitet wurden. Das Programm beruht auf deutsch-französische Schulpartnerschaften, die während der Ausbildung Schüleraustausche sowie die Zusammenarbeit zwischen den Lehrern fördern. Der Unterricht wird von Lehrern (in Frankreich von französischen Lehrern) abgehalten, die über die erforderlichen sprachlichen Kompetenzen sowie über den nötigen Abschluss (Erstes und Zweites Staatsexamen in Deutschland, CAPES oder Agrégation in Frankreich) verfügen. Die speziellen schriftlichen Prüfungen (eine schriftliche in Deutsch und eine in Geschichte-Geographie) werden von den Lehrkräften jenes Landes korrigiert, in dem sie abgelegt werden. Die speziellen mündlichen Prüfungen (eine in Deutsch) werden vor einer von einem Vertreter des Partnerlandes geleiteten Prüfungskommission abgelegt. Diese Kommission ist für die Benotung der schriftlichen und mündlichen Prüfungen zur Erlangung des Abschlusses/Diploms des Partnerlandes verantwortlich. Schulen mit AbiBac-Abschluss: über 60 Schulen in Frankreich, fünf Schulen in Deutschland Deutsch-französisches Abitur: ein gemeinsamer Abschluss

3) Gemäß einem deutsch-französischem Abkommen (Februar 1972) wurden drei „deutsch-französische Gymnasien“ gegründet: auf deutscher Seite das Gymnasien in Freiburg und in Saarbrücken und auf französischer Seite das Gymnasium in Buc(Académie de Versailles). Diese deutsch-französischen Einrichtungen bieten einen gemeinsamen Unterricht von der 5. bis zur 12. Klasse. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Begegnung zwischen jungen Deutschen und Franzosen wie auch von zwei Bildungssystemen.
Während ein Teil der Schülerinnen und Schüler bei Eintritt in diese Schuleinrichtung bereits zweisprachig oder nahezu zweisprachig ist, erwirbt der andere Teil diese sprachliche Kompetenz im Laufe der Jahre. Das deutsch-französische Abitur beruht auf Sonderprogrammen und speziellen Organisations- und Evaluierungsmethoden. Es gewährt alle mit dem französischen Baccalauréat und dem deutschen Abitur verbundenen Rechte. Die Betreuung dieses binationalen Abschlusses obliegt der deutsch-französischen Expertenkommission für das allgemeinbildende Schulwesen.

4) DSD (Deutsches Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz) der Stufe C1. Wie die vorher genannten drei Schulabschlüsse, berechtigt auch die bestandene Prüfung des DSD Stufe C1 formal zu einem Studium an einer deutschen Universität. Es handelt sich um eine Sprachprüfung für Schüler/innen der EN2-Klassen, die im Verlauf der 12. Klasse (Terminale), zusätzlich zum klassischen französischen Baccalauréat abgelegt wird.

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